"The Scarlet Pimpernel" Halle
(von LadyKrolock)
Me war heute in Halle und hat sich "The
Scarlet Pimpernel" angeguckt, mit dem Merstein, und sich ne eigene
Meinung von dem Menschen gemacht :-)
Also, das
Musical war total schön. Schon
allein der Preis war ne Wucht: 3 Euro - okay, ich saß im 2. Rang, aber für den
Platz hätte ich bei PdO auch noch 30 Euro hingeblättert - besonders Samstag
Abend!
Okay, das Musical: die Musik hat mich streckenweise sehr an Jekyll und Hyde
erinnert, manchmal auch ein bisschen an Evita und irgendwie war sehr viel
Walzer-Rythmus drin, was ich zwar nicht wirklich passend fand, was aber
trotzdem schön war. Die Story war so ne Mischung aus Les Miz und... ja, was
eigentlich? So drei Musketiere, oder so. Eben ein Mantel und Degen Musical zu
der Zeit, wo die Adeligen in Frankreich guilliotiniert wurden (oder wie man das
schreibt.)
Die Thematik
ist auf jeden Falls sehr ernst, es geht darum, dass ein Engländer (Sir Percy Blakeney) - der mit einer
Französin, Marguerite St. Just,
verheiratet ist unter dem Decknamen "The
Scarlet Pimpernel" mit seinen Freunden - unter anderem auch
Marguerites Bruder Armand -
Franzosen vor der Guillotine rettet. Dabei wird er gesucht von Chauvelin, der für Robespierre arbeitet. Und irgendwann wird dann Armand gefangen
genommen und Marguerite soll herausfinden, wer der Pimpernel ist, damit ihr
Bruder wieder frei gegeben wird. Und dann hat sie ein Problem. Na ja, aber
obwohl das Thema so ernst ist, sind auch ein paar ganz lustige Stellen dabei.
Nur der Schluss ist nicht ganz so toll, weil dann die Geschichte, die über ca.
2 Stunden lang aufgebaut wurde, so plötzlich ratz fatz aufgelöst wird.
Das Bühnenbild
ist einfach genial - da das Stück im Opernhaus zum Repertoire gehört, können
sie wohl nicht so ein mega-aufwändiges Bühnenbild machen, und aus der Not haben
sie eine Tugend gemacht. In der Mitte steht auf einer Drehbühne so ein
Metallsteg mit einer Treppe auf beiden Seiten, und die wird dann so gedreht,
wie man sie braucht. Ganz einfach, aber echt effektiv. Besonders in der Szene,
wo Chauvelin schwört, dass er diesen Pimpernel fangen wird! Da dreht sich das
Ding die ganze Zeit und auf einer Seite erhebt sich so ne kleine Platform (wie
bei ner Feuerwehrleiter) und er steht da drauf und singt - echt toll!
So, jetzt also mal zu dem Merstein (er hat den Percy gespielt). Nun ja. Ich fand ihn nicht
schlecht und nicht umwerfend. Er hat gut gespielt und meistens gut gesungen.
Hat halt ne ordentliche Performance hingelegt. In Begeisterungsstürme würd ich
wegen ihm nicht ausbrechen, aber schlecht finde ich ihn auch nicht. Auch wenn
er mir nicht unbedingt sympatisch ist, aber das sagt ja nichts über seine
Leistung aus.
Viel besser fand ich da Christopher
Murray, der hat den Chauvelin gespielt (das wär übrigends auch ne schöne
Rolle für Kevin...). Der hat eine Stimme, irre! So richtig schön tief und voll
und aussagekräftig!
Tja, dann gab's noch Ann Christin Elverum, die hat die Marguerite gespielt und hat
eigentlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Schöne Lieder hat sie
gesungen, aber die waren nicht so wirklich schwer und manchmal war ihre Stimme
a bissl dünn - manchmal hat sie aber auch schwer an Lucy erinnert,
gesanglich...
Und Armand wurde von Zoltán Tombor gespielt, der Mann hätte viel mehr singen sollen. War
ein bisschen eine Verschwendung, dass er nur ein Lied hatte.
Generell scheint die Besetzung für ein städtisches
Opernhaus sehr hochkarätig gewesen zu sein, aber so gehört sich das ja auch für
ne deutsche Uraufführung. Und
vielleicht wird ja mal ne Long-Run-Produktion draus :-) Schön ist's auf jeden
Fall. Nur schade, dass es da keine CD gab, so vergess ich doch die Melodien so
schnell wieder, ist doch schade!!