Alsooooo,
zuerst mal sollte es Samstagmorgen um 9:00 Uhr los gehen, aber leider, leider
ging es erst ne Stunde später los *gg*.
Die ganze
Tour kam übrigens so zustande, das wir für den 01.12. Karten für „The Castle“ in Nuernberg hatten. *Hmm* und wo
wir schon mal in Süddeutschland unterwegs waren, und den Ulmer Weihnachtsmarkt
letztes Jahr leider verpasst hatten, und dazu in Neu-Ulm noch Non(n)sense
gegeben wurde, war es doch mehr als logisch, das wir die Events zusammenlegen ;-))))
(*lach* Ich glaub wir sind nun für den ersten Preis in Beweisführung
nominiert ;-)) *grins* zu Chatfriends).
Auf jeden
Fall sind wir nach unserem verspäteten Start in der absoluten Rekordzeit von
3,1/2 Stunden nach Ulm gedüst, um dort loszulegen.
Bedauerlicherweise
hatte Fledi an dem Samstag keine Zeit, und so mussten wir uns leider alleine
durch die Stadt kämpfen. Naja, wir kennen Ulm ja inzwischen fast wie unsere
Hosentaschen, deshalb sind wir auch nicht verloren gegangen ;-).
Zuerst mal
haben wir unser Hotel bezogen, das praktischerweise nur 200 Meter vom Augus
Theater weg lag, und dann haben wir uns ins Getümmel gestürzt. Da es noch zu
früh/hell für den Weihnachtsmarkt war, sind wir ein bisschen shoppen gegangen,
und haben dabei schon einige nette Weihnachtsgeschenke ergattert. Natürlich
fing es an zu regnen, und natürlich hatten wir keinen Schirm dabei, deshalb
haben wir noch nen gemütlichen Kaffee getrunken und den Regen abgewartet, bis
wir uns auf den Markt stürzten. Da war es auch schon dämmrig, und man konnte
die ganze tolle Atmosphäre und die Lichter so richtig genießen. Ulm hat
wirklich einen sehenswerten Weihnachtsmarkt, mit 120 Buden. Was wir lustig
fanden, war das Verhalten der „Eingeborenen“: Also, die typischen Schwaben
treten immer in Rudeln auf, und stellen sich zum Glühweintrinken oder was essen
nie auf die Seite, sondern bevorzugt in die Mitte der engsten Gänge ;-).
Irgendwie verständlich *grins*, man hat nämlich von englisch, schwyzerdütsch,
hessisch, und vielen anderen Sprachen mehr
gehört als schwäbisch. Und irgendwo müssen die Schwaben sich ja auch noch
bemerkbar machen ;-))).
So gegen
18:00 Uhr hat uns dann der Hunger gepackt, und da wir nicht mitten im Gang
irgendwo essen wollten, sind wir zum Andechser, um mal wieder so richtig schön
bayrisch zu schmausen. Danach sind wir dann ab zum Theater, haben die Karten
geholt, und schnell ins Hotel, um unsere
Einkäufe zu verstauen, umgezogen und zurück ins Theater.
Das ganze
Stück ist im Grunde ne Parodie. Die Handlung bezieht sich darauf, dass die
kleinen Schwestern von Hoboken, vorher in einer Leprakolonie südlich von
Frankreich tätig, auf einen Schlag fast ihren ganzen Orden verloren haben. Das
passierte, weil die Küchenschwester eine Fischsuppe zubereitet hat, die nicht
mehr so ganz frisch war. Vorher hatte der Orden 57 Mitschwestern, und nach der
Suppe nur noch 5, die 5 überlebten, weil sie gerade auswärts zum Bingo waren.
Nun standen sie da, mit ihren 52 Leichen, die ja schliesslich beerdigt werden
sollten.... für 48 reichte das Geld auch, weil die Schwestern Grusskarten
verkauften, aber die restlichen 4 lagen noch so in der Tiefkühltruhe rum. Hätte
Mutter Oberin etwa nicht den teuren Compi mit Scanner kaufen sollen, sondern
mit dem Geld die Mitschwestern würdig unter die Erde bringen sollen ?? Egal
wie, aber es muss Geld her, und deshalb stellen die Nonnen ihre eigene Revue
auf die Beine....
Der
Zuschauer ist Publikum dieser Revue, und bekommt so die ganze Story erzählt.
Das Ganze
ist einfach nur witzig. Die Darsteller waren klasse, allen voran Heinz Koch als
Mutter Oberin
Maria
Regina. Auch die anderen Schwestern waren für solch ein kleines Theater absolut
hochwertig in Gesang und Tanz.
Dann kam
Max` grosse Stunde *gg*: Schwester Maria Amnesia führte ein Quiz durch,
und suchte dringend einen Kandidaten. Der Pianist drehte sich spontan um, zeigt
auf Max und sagt: „Der würde mir gefallen.“, und schon wurde Max auf die Bühne
geschleppt. Dort verwirrte er die Schwestern zuerst mit seinem Namen, und dann
mit der Behauptung, das südlich von Rügen das gleiche wie südlich von
Frankreich ist *gg*.
Trotzdem
hat er gewonnen, und durfte als Belohnung ein Heiligenbildchen und ein
Fläschchen Klosterfrau Melissengeist mitnehmen.

Was uns
sonst noch sehr positiv aufgefallen ist, war die freundliche, familiäre
Atmosphäre im Theater. Die Darsteller verkauften vor der Vorstellung und in den
Pausen die Getränke und als Gag gingen sie auch mit dem Klingelbeutel herum
:-)))).
Nachher
sind wir müde und zufrieden ins Hotel, und ziemlich schnell ins Bett, damit wir
für Sonntag auch fit waren.
Nachdem wir super geschlafen hatten, fiel es auch
nicht schwer, „relativ früh“
aufzustehen, und so waren wir um 11:00 Uhr schon auf dem Weg nach Nuernberg. Bei
strahlendem Sonnenschein vergingen die 1,1/2 Stunden bis dorthin wie im Fluge,
und dann mussten wir in Nuernberg einen Parkplatz suchen *grmpf*, NaJa, nach ner
weiteren halben Stunde war das auch geschafft, und wir machten uns in die Stadt
auf. Wir waren für 14:00 Uhr mit Fantine und ihrem Merlin verabredet, und
hatten noch etwas Zeit, deshalb guckten wir uns zuerst mal auf dem
Handwerkermarkt und dem Kindermarkt um. Pünktlich um 14:00 Uhr waren wir dann
beim Brunnen, und
warteten
gespannt.
Wir
kannten Fantine bisher ja nur per Chat, und wussten nicht wie sie aussieht. Ich
hatte zu allem Unglück auch noch Ihre Handynummer vergessen, deshalb standen
wir erst mal ziemlich dumm rum, bis glücklicherweise mein Handy klingelte, es
dauerte trotzdem noch ein paar Minuten, bis wir Fantine erkannten, denn wer
denkt schon bei ner Frau mit nem Elch am Ohr, das sie gerade telefoniert ?
;-)))).
Als wir
uns glücklich zusammengefunden hatten, sind wir dann zu einem Glühweinstand,
und haben uns dort irgendwie festgequatscht *gg*. All zuviel Weihnachtsmarkt
haben wir nicht gesehen ;-)).
So gegen
16:00 Uhr haben wir uns dann aufgemacht, um den Volksfestplatz zu suchen.
Zum Glück wussten Fantine und Merlin
ungefähr wo der war, wir hätten ihn niemals alleine gefunden ;-))
Wir hatten
uns schon etwas gewundert, weil das ganze in einen Oktoberfest-Zelt
stattfindet. Unsere Skepsis hat sich dann gelegt, als wir das sehr schön
dekorierte und relative geräumigen Foyer betraten. Da an dem Abend eine
Benefiz-Veranstaltung stattfand, wir allerdings Vollpreiskarten gebucht hatten,
bekamen wir erst einmal als Ausgleich eine CD, ein Programm und jeweils einen
Sektgutschein für die Ladies zugeteilt.
Dann
begann die Show und wir nahmen gespannt unsere Plätze ein. Das Bühnenbild war
eine große Burg, die mit verschiebbaren Teilen ausgestattet war. Wir hatten ja
nicht die Hightech Ausstattung a la Stella/Stage Holding erwartet deshalb hat
es uns auch nicht weiter gestört, dass es keine Züge oder Vorhänge gab. Die
tragisch-romantische Story möchten wir kurz zusammenfassen:

Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und der „Verwalter“ des Schlosses, lädt nur ein Paar zur Besichtigung des Schlosses ein. Dieses Paar verkörpert die Liebe und die Auferstehung einer Lovestory zwischen zwei Menschen aus dem Mittelalter, in deren Rollen schlüpfen: Margaret und John... die Reise ins Mittelalter begann..

Der
„Verwalter“, der in der jetzt beginnenden Haupthandlung als Hofnarr durch die
Handlung führt steht für die Verbindung zu der nie endenden und sich immer
wiederholenden Geschichte der Liebe der Gegenwart und Vergangenheit....

Lady
Margaret, die Tochter des bankrotten
Königs Duncan, wird dazu verdonnert den Sohn eines reichen Nachbarkönigs
zu ehelichen. Die Lady ist begeistert, da dies ohne ihr zutun ausgehandelt
wurde :-((. Um nun diesen Deal auszuführen und des Herrschers Kasse zu füllen,
muss erst einmal Geld für die Hochzeit eingenommen werden. Die einfachste
Methode ist da natürlich eine Steuerreform, die etwas einfacher ist als bei
Schröder, denn jeder Untertan muss einfach nur 20 Taler pro Monat mehr
abdrücken.
Es wird
von Anfang an deutlich, dass dies nicht gesund für den Tyrannen ist. Lady Maggi
hat da ganz andere Dinge im Kopf, denn Sie hat sich in John verliebt. John ist
aber ein ganz normaler Untertan und Bauernsohn, der sich gegen die Steuerreform
auflehnt und dadurch geächtet wird, was die Sache auch nicht einfacher macht.
John ist aber beliebt und er sammelt seine Freunde um sich und organisiert
einen Wiederstand gegen den König.
Die Turteltauben treffen sich heimlich, bis Papa dies durch seine Spitzel herausbekommt und seiner Tochter Hausarrest erteilt. Der tragische Show Down findet dann im Wald statt, denn King Duncan hat zur Jagd geladen, bevor die Hochzeit stattfindet. Bei diesem Event treffen, die schon etwas länger getrennten Liebenden wieder zusammen.
Allerdings
bleiben Sie nicht ungestört, denn der King und sein Herold samt Wachen greifen
die Beiden an. Mit John wollen Sie gleich kurzen Prozess machen, aber Margret
wirft sich vor ihn und der Pfeil, der John treffen sollte, tötet sie *seufz*.
John überlebt dies auch nicht und wird von den Wachen des Königs erdrosselt.
Damit nicht genug, den nun kommt das Volk in den Wald, dass durch die
Solidarität zu John und den Ärger wegen der Steuerreform und Rage ist.
Den toten
John vor Augen und den unterlegenen König vor sich, richtet sich der Hass gegen
diesen und es endet auch für Duncan mit dem Tod. John und Margaret in der Vergangenheit in Liebe gestorben sind
plötzlich wieder in der Gegenwart und überlegen, ob alles ein Traum war. Zitat:
„Weder Vergangenheit, noch Gegenwart mehr zählt. Denn die Zukunft beginnt
jetzt, so jung wie ein neuer Tag.“
Die Story ist durchgängig und schlüssig, wenn auch
nicht gerade originell. Auffällig war, dass die Lichteffekte und die Lichtregie
schon recht aufwändig ausgelegt waren, zumal dies in einen Zelt ausgeführt
wurde. Nachteilig haben wir, die wohl auch durch die Lokalität bedingte relativ
schlechte Akustik empfunden, die den Saal nicht einheitlich erfasst hat, und
dass bei den verschiedenen Darstellern unterschiedlich stark ausgesteuert
wurde. Des weiteren haben wir es so gesehen , dass der erste Akt relativ wenige
Highlights zeigt, jedoch eine deutliche Steigerung im zweiten Akt zu verspüren
ist. Dies betrifft sowohl Gesang, als auch die Story..
Zu den
Darstellern: Als absolutes Highlight ist uns Thomas Wissmann aufgefallen, der
seine Rolle als Narr absolut souverän spielte. Als zweiter wäre da noch Stefan
Huebsch zu nennen, der zwar nicht Erstbesetzung John ist, uns aber durch seine
tolle Stimme immer wieder in seinen Bann gezogen hat. Jerzy Jeszke ging unserer
Meinung nach etwas unter, vielleicht ist die Rolle des Duncan auch nicht
unbedingt das, was man von einem Phantom-Darsteller erwartet.................. Die Lieder
entsprachen grösstenteils unserem Geschmack, es waren einige schöne Balladen
dabei. Bloss ist uns aufgefallen, das die deutsche Sprache doch wohl manchmal
etwas hinderlich ist, wenn man etwas einfach darstellen möchte. Einige Titel
wären in englisch wohl besser rüber gekommen.
Alles in
allem war es ein tolles Event, wobei wir in der Pause und nach der Show noch
ein weiteres Highlight mit bekommen haben:
Fantine
ist zurzeit im Musical „Cleopatra“ engagiert und hat den Macher zusammen mit
„Young Cleo“ entdeckt, die ebenfalls in der Show waren. Martin hat
sich natürlich gefreut, als er erfahren hat, das wir schon Karten für
„Cleopatra“ haben, und uns gleich mit Flyern versorgt. Nachdem es
dann mit ner Backstageführung bei „The Castle“ nichts wurde, hat er uns eine
für Cleopatra versprochen ;-)). Na, da sind wir ja jetzt noch mehr auf Bamberg
gespannt ;-). Später
haben uns Fantine und Merlin bis zu unserem Parkhaus gebracht, und wir sind
fröhlich und vergnügt nach Hause gefahren.
Es war ein
tolles Wochenende, mit zwei, für uns neuen Musicals, und vielen netten Menschen
:-)))))
Liebe
Grüsse
Vampy und Max