Samstag:

Alles
fing damit an, das Bäsle uns im Sommer erzählte, dass sie und Mozart bei einem
ganz neuen Musical mitarbeiten würden, das in Luzern uraufgeführt würde. Da
konnte uns natürlich Nichts mehr bremsen, und Bäsle hat uns auch dann super Karten
für den 08.12. besorgt. Also haben wir uns am Samstag auf nach Luzern gemacht.
Wir waren mal wieder ziemlich spät dran (wie kommts ??..), aber schafften es
noch, so gegen 15:00 Uhr in Luzern zu sein. Aufatmen bei Vampy: „Naja, kann ich
wenigstens noch ne Stunde shoppen gehen..“,
aber
nix war, zuerst mal mussten wir Hotel suchen *seufz*.
Wir
hatten zwar eine Anfahrtsbeschreibung, aber irgendwie kamen wir von einer
anderen Seite, ausserdem war dort nicht erwähnt, dass das Hotel mitten in der
Fussgängerzone liegt, wir also auch noch ein Stück laufen mussten. Auf jeden
Fall sind wir dann, begleitet von Bäsles Versuchen uns richtig zu lotsen, fast
eine Stunde durch Luzern geirrt, und da die Schweizer pünktlich sind, waren
alle Geschäfte zu, als wir endlich eingecheckt hatten. Selbst Schuld, die
Schweizer, Vampy hätte das Bruttoinlandsprodukt bestimmt deutlich gesteigert
;-))). Direkt vor unserem Hotel war ein Handwerkermarkt, aber die fingen auch
sofort an, abzubauen, als wir um die Ecke kamen. Na dann eben nicht ;-).

Als wir endlich im Hotelzimmer waren, rief auch schon
Bäsle an, und die Beiden (Bäsle u. Mozart) machten sich dann auf den Weg, um
uns dort abzuholen.
Dann sind wir zum Kultur- und Kongresszentrum in ein Bistro, um die Zeit zu verquatschen, bis die Beiden arbeiten mussten. Das Musical wurde Samstagabend auch aufgeführt, aber dafür konnten wir leider keine Karten bekommen, weil es eine geschlossene Veranstaltung war. Als wir Bäsle und Mozart verabschiedeten und uns für den nächsten Tag verabredet hatten, haben wir uns dann auf die Socken gemacht, um Luzern bei Nacht zu erkunden. Wir sind durch die Altstadt gebummelt, haben uns den Vierwaldstätter See angeguckt, und die wunderschöne Stadt genossen, bis es uns dann doch zu kalt wurde, und wir dann eher die Lokale von innen besichtigen wollten :-). Wir sind dann relativ früh schlafen gegangen, da wir von der langen Anfahrt doch etwas platt waren.
Sonntag:
Bäsle
kam uns schon um 10:00 Uhr am Hotel abholen, um mit uns ne Stadtführung zu
machen. Leider konnten wir die Stadtmauer und die Wehrtürme nicht besichtigen,
da diese im Winter geschlossen sind. Aber den berühmten Löwen haben wir uns
angeschaut, und wir sind auch in die Gletschergärten, wo es übrigens auch ein
absolut witziges Spiegellabyrinth gibt :-).
Nach
einer Aufwärmpause musste Bäsle dann los, weil sie ja arbeiten mussten, und wir
hatten noch ne knappe Stunde Zeit, die Vampy dann doch noch zum shoppen nutzen
konnte, da am Bahnhof ja einige Geschäfte auf hatten ;-).
Pünktlich
13:30 Uhr waren wir im Foyer, wo uns Bäsle zu ner Backstageführung abholte.
Mozart musste auf der Bühne noch Applaus üben, weil er ja inzwischen auch zu
den Darstellern gehörte. Er stellt
einen Drachengeist dar, und hat sich nachher, als er kam, extra das Kostüm
komplett angelegt :-). Wir durften die Chorgarderobe, die „Kantine“, den
Bereich hinter der Bühne, und Bäsles Wirkungsplatz besichtigen. Dann sind wir
wieder ins Foyer, weil es ja bald losgehen sollte.
Der
Drachenstein, eine Geschichte am Fusse des Pilatus.

Die
Handlung des Musicals spielt auf und um den Hausberg Luzerns, den Pilatus. Es
gibt eine alte Sage um den Drachenstein, und daran ist die Handlung angelehnt.
Dem Drachenstein werden Wunderkräfte zugesprochen, und er ist auch heute noch
im Natur-Museum Luzern zu besichtigen.
Die
Geschichte fängt mit Katja an, einer modernen, alleinerziehenden Frau, die
mitten im Leben steht, sie hat zuhause
ein altes Familienerbstück, einen ungewöhnlichen Stein. Aus Angst etwas vom
Leben zu verpassen, saugt sie alles, in aller Oberflächlichkeit in sich hinein.
An Fastnacht merkt sie plötzlich, das dass Leben das sie führt doch nicht das
wahre ist, und verlässt die Feier. Zuhause wartet ihr Vater und ihre kleine
Tochter, und sie erinnern sich gemeinsam, wie es früher war. Katjas Freund Alex
taucht auf, aber sie erträgt ihn nicht.
Als
Katja gerade dabei ist, über ihr Leben nachzudenken, erscheint der Mönch
Gallus, aus dem Jahr 1502. Er ist auf der Suche nach dem Drachenstein, der den
Pilatusdrachen geraubt wurde, und die sich seither furchtbar an den Menschen in
der alten Zeit rächen.
Katja
will ihm den Stein so nicht geben, und deshalb nimmt er sie in die alte Zeit
mit, damit sie selbst lernen kann. Dort platzen sie mitten in die
Verlobungsfeier Johanns, dem Sohn des Weibels, die wegen eines Gewitters
(Drachentanz), urplötzlich beendet werden muss.
Johann
gefällt die freie Lebensweise von Katja, sein Weg ist vom Dorf und den Eltern
vorgezeichnet. Dann bricht ein Brand aus, und für die Dorfbewohner steht fest,
dass er von den Drachen verursacht wurde. Daraufhin sieht Katja ein, dass sie
den Stein zurückgeben muss, obwohl sie noch gerne in der alten Zeit bleiben
würde, da sie sich inzwischen sehr zu Gallus hingezogen fühlt.
Katja
kehrt also in ihre Zeit zurück, und gibt Gallus den Stein.
Ihr
Leben geht weiter, aber sie vergisst nie die schöne Zeit in der alten Welt, wo
sie viel über Zusammenhalt und Freundschaft gelernt hat. Dann eine
Hiobsbotschaft: Ihr Vater stirbt. Katja versucht die alten
Verdrängungsmechanismen einzusetzen, und sich mit Musik und „Freunden“ zu
berauschen und abzulenken, aber das funktioniert
nicht.
Sie hat plötzlich grosse Sehnsucht nach Gallus.
Gallus
hat inzwischen den Stein an seinen Fundort zurück gebracht, aber es wurde
nichts Besser. Er merkt, das er Katja braucht, um das Rätsel zu lösen, deshalb
macht er sich auf zu ihr. Das Wiedersehen der beiden ist geprägt von starken
Gefühlen und grosser Freude. Katja sucht Gallus` Nähe, aber er unterdrückt, der
Konventionen wegen, seine Gefühle.
Mit
Johann ist inzwischen eine Wandlung vorgegangen, er will sich nicht mehr am
alltäglichen Leben beteiligen, und sucht seinen Weg. Da er ihn aber nicht
finden kann, gibt es für ihn nur einen Ausweg. Plötzlich ist Johann
verschwunden, und Katja geht mit Gallus auf die Suche nach ihm. Sie finden ihn
auf einem Felsvorsprung, von dem er sich gerade in die Tiefe stürzen will.
Katja überzeugt ihn, dass das Leben doch Lebenswert ist, und durch diese
Aussagen findet auch sie ihre Kraft wieder.
Der
Drachenstein hat seine Magie wieder gefunden.
Katja
muss sich vom Dorf und Gallus nur sehr schwer trennen, aber sie muss in ihre
Zeit zurück. Gallus schreibt die Erlebnisse auf, und eine neue Sage
entsteht....
In ihrer Zeit findet Katja Frieden mit sich und ihrer
Umwelt, aber Gallus fehlt ihr. Als sie den Pilatus besucht, steht er plötzlich
vor ihr. Aber es ist nicht Gallus, sondern Maurus, ein Historiker, der sich für
den Drachenstein interessiert. Er liest ihr die Sage vor, und die beiden finden
sich.............

Fazit
für uns: Es hat sich absolut gelohnt, den langen Weg nach Luzern zu machen. Das
Musical ist einfach wunderschön, und sehr emotional angehaucht. Wir hatten mehr
als einmal eine Gänsehaut. Was uns aufgefallen ist, ist die starke Dichte, die
das Musical bietet. Musik, Texte und Geschichte passen einfach zusammen, und
man konnte so richtig in das Musical „versinken“.
Die
Darsteller waren durchweg gut, besonders hervorzuheben ist die Stimme von
Brigitte Jost (Katja) und die starke Bühnenwirkung von Patric Ricklin
(Gallus/Maurus).
Die
Lieder sind sehr melodisch und gehen in Richtung Soft-Pop. Was für uns
besonders interessant war, war das die Sprechpartien in schwyzerdütsch waren,
und die Gesangseinlagen in hochdeutsch gesungen wurden. Wir haben trotzdem fast
alles verstanden, auch wenn uns einige Gags entgangen sind. Einige Tanzeinlagen
hätte, man sich unserer Meinung nach, auch sparen können, aber es ist ja ne
Uraufführung, und von daher kann man ja noch daran arbeiten...
Nach
der Show haben wir uns dann von Bäsle und Mozart verabschiedet, um uns auf den
Heimweg zu machen. Was noch witzig war: Wir haben die ganze Zeit über, wegen
Hochnebels, keinen einzigen Berg gesehen. Also wenn uns wer erzählt, in der
Schweiz wäre es in Wirklichkeit so platt wie im Norden, und die Berge würden
nur für Touristen hin und her geschoben, glauben wir das glatt :-))).
Liebe
Grüsse
Vampy
und Max