Alsdorf 16.April 2005 - Gaudi -

„…UNTIL THE NEXT TIME“

Mit diesen Worten endete die letzte Aufführung des Musicals Gaudi in Köln vor fast 8 Jahren. Diese von Elmar Ottenthal inszenierte Aufführung hatte viele Fans (z.B. uns) und war bemerkenswert anders als alles was damals aufgeführt wurde.

„… THIS IS THE NEXT TIME“

Waren die Worte mit denen am 16.April 2005 eine Neuauflage (4 Performances) dieser erfolgreichen Show im Stadttheater Alsdorf von kleinem geringeren als Weltstar und Komponist Eric Woolfson (Alan Parsons Project) eröffnet wurde. Also in Alsdorf bei Aachen, dort wo es begann.

Siehe auch Unsere Impressionen Barcelona

Es war wieder eines dieser Wochenenden an den wir viel unterwegs waren. Am Vortag zum Gaudi-Abend waren wir noch beim Musicalstammtisch in Stuttgart und sind dann Samstags erst gegen 16.00h nach Hause gekommen. Nun ganz schnell die Katze füttern, umziehen und ab nach Alsdorf, wo wir uns mit Christine und Robert verabredet hatte. Mit Hilfe von Christine als Fernnavigator über Handy, konnten wir dann auch sehr schnell unser Ziel finden. Wir trafen uns in dem Lokal neben dem Theater, welches von den Gaudi Fans überlaufen war.

Nun sollten wir uns aber langsam auf die Suche nach unseren Plätzen machen und da gab’s erstmal eine kleine Überraschung. Unsere Außenplätze gab es nicht und wir wurden in den Mittelteil der ersten ansteigenden Reihe versetzt. Super! Direkt vor uns saß die Choreographin Kim Duddy, die während der Show durch wilde Gesten und motivierenden Zurufen ihre Mannschaft anfeuerte.

Christine und Roberts Plätze waren auch verschwunden und sie wurden ebenfalls ungesetzt. Die Beiden haben dann die vielleicht besten Plätze im Theater, direkt am Mittelgang an der Bühne, bekommen. Doppelsuper!

 

Mit leichter Verspätung, was wahrscheinlich mit der Verwirrung durch die geänderte Bestuhlung zu tun hatte, ging es dann los.

 


Zuerst kam ein etwas älterer, ergrauter und bärtiger Herr in Feierabendkleidung und mit herunter hängender und ausgeleierter Strickweste auf die Bühne. Es war nicht der Hausmeister, sondern Eric Woolfson. Auch er ist älter geworden, aber mit seinen 60 Jahren ist er immer noch sehr kreativ. Z.B. wurde im letzten Jahr (nach 13 Jahren Pause) die neue POE CD „
More Tales of Mystery and Imagination“ mit Musical Topstar Steve Balsamo (Saturday Night Fever, Notre Dame de Paris) produziert.

 

Nun aber zur Show, die auch eine Rückkehr der „alten“ Gaudi Star bedeutet. Da ist an erster Stelle John Cashmore, der „Ur“-Don Parker zu nennen. In der Rolle des Mark Winner war Calvin Hard zu sehen, der damals, etwas im Schatten von dem unvergessenen Martin Moss, bereits als Zweitbesetzung zu sehen war. Für mich (Paul) als Highlight, war in der Rolle der Isabel, die grandiose Renée Knapp zu erleben.

 

Die Story des Musicals Gaudi ist relativ einfach und schlüssig:

Ort der Handlung ist Barcelona und der Schriftsteller Don Parker erhält für seinen Roman den Gaudi Award. Dies lenkt die Aufmerksamkeit des Filmproduzenten Mark Winner auf ihn und er möchte die Filmrechte für das Buch bekommen, die Don nicht abgeben will.

Don ist vom Wesen ein Idealist und  möchte seine Visionen leben, so wie sein großes Vorbild Antonio Gaudi, zu dem er eine gewisse Seelenverwandtschaft verspürt. Dies kommt auch in seinem Engagement beim Weiterbau der Sagarda Familia zu Ausdruck.

Mark Winners attraktive Freundin Isabel soll Ihm helfen sein Ziel zu erreichen. Isabel macht sich an Don heran und er verliebt sich in Sie. Als er erkennt, dass diese Liebe nur Schein ist und Isabel weiterhin Ihrem Gönner und Beschützer zugeneigt ist, begeht er Selbstmord indem er sich vor einen Zug wirft. So ist auch Don’s Tod analog zu Antonio Gaudi zu sehen, der 1926 von einer Straßenbahn überfahren wurde.

 

Es war eine fantastische Show und durch die Überarbeitung von Produzent John Cashmore, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kerstin Brühl, deutlich schlüssiger und einfacher zu verstehen als die Ottenthal Inszenierung. ( Weitere Informationen zu Gaudi und wie es weitergeht gibts bei http://www.gaudi-das-musical.de )

 

 

Wesentliche Änderungen zu der Kölner Inszenierung sind u.a.

Durch die Handlung führt nun die Fernsehreporterin von „Gaudi TV“ (Kerstin Brühl), die sozusagen die Rolle des Erzählers einnimmt und einem Interview mit Don Parken hinterherläuft

Die etwas skurrilen Tanzeinlagen zwischen den einzelnen Szenen sind entfallen, was dem Handlungsstrang zu Gute kommt und die Übergänge harmonischer aussehen lässt.

Die Choreographie und der Tanz in „Closer To Heaven“ war neu und sehr gelungen

Der „Alte-Mann“ kommt nicht mehr vor, was dem Verständnis deutlich zuträglicher ist.

Zu Finale mit dem Stück „Sagrada Familia“ gibt es jetzt die Hochzeit von Mark Winner und Isabel

 

Als Kulisse gab’s nur ab und zu ein paar Tische und Stühle. Aufgepeppt wurden die Szenen mit Projektionen von wunderschönen Bildern aus Barcelona, welche meist die kunstvollen Bauwerke von Antonio Gaudi zeigten.

Bedauerlicherweise gab es einige technische Probleme mit dem Ton, so dass es Aussetzer gab oder die Stimmen der Darsteller von der Musik zu stark überlagert wurden. Ein Orchester gab es, wie bereits in früheren Zeiten natürlich nicht. Wie sollte man auch „engineered music“ mit einem Orchester spielen?

Die Stimme, der Ausdruck und das Play von Renée Knapp war, wie damals überragend. In „From Inside Looking Out“ und auch in „Forbidden Fruits“ konnte Sie ihre gesamte Bandbreite von zarter Stimme bis zu vollem Volumen darbieten.

Calvin Hard hat alles gegeben und seine wunderschöne melodische Stimme hervorragend eingesetzt. Ebenso war seine darstellerische Leistung von einer bemerkenswerten Motivation und Ausstrahlung geprägt. Leider wurde dies von Publikum nicht entsprechend gewürdigt, denn es ist ihm beim „Puppet Master“ nicht gelungen das Auditorium aus den Stühlen zu heben.

Don Parker wurde, wie bereits erwähnt, von John Cashmore verkörpert, der besonders durch seine kräftige Stimme in „Closer To Heaven“ und einer hervorragenden Darstellung überzeugte.

Es war ein besonderes Erlebnis, dass mit Standing Ovations endete. Eric Woolfson dankte besonders John Cashmore für sein Engagement und würdigte die umfangreiche und gelungene Überarbeitung der Inszenierung. ( Weitere Produktionen von John Cashmore und Kerstin Brühl stehen unter  http://www.Cashproduktion.de )

Nach der Show, sind wir Vier dann noch zu einem sehr angenehmen Lokal (haben den Namen vergessen) gegangen um noch etwas zu trinken und über das erlebte zu plaudern. Als wir dann um ca. 0:30h das Lokal verlassen wollten, erzählte uns auch der Wirt, dass er früher oft die Darsteller zu Gast hatte.

Wir verabschiedeten uns von Christine und Robert, die für den nächsten Tag noch „We Will Rock You“ auf dem Plan hatten.

Wir hatten nun noch 1,5 Stunden Autofahrt vor uns als Paul plötzlich einen Hungeranfall bekam, und Pia noch einen Abstecher bei einer bekannten Fast-Food Kette machen musste. Wir kamen dann schließlich gegen 3:30h zu Hause an. Schnell die Katze reinholen und dann ab ins Bett.

Es war ein gelungener Abend und wir hoffen, dass Gaudi bald wieder kommt.

Wir sind dabei  „…UNTIL THE NEXT TIME“

Viele liebe Grüße

Pia und Paul