JUST IN  TIME *GGG*,

ein Musical-Wochenende in Pforzheim und Berlin

24.-26.Oktober.2003

 

 

FREITAG 24. OKTOBER 2003

 

 

Just InTimeEndlich kommen wir mal wieder dazu, einen Bericht zu schreiben, deshalb legen wir jetzt schnell los, bevor uns wieder die Zeit wegläuft ;-)): Alles begann mal wieder ganz normal: Wir planten mit Jürgen und Tamara einen Besuch bei LesMis. Samstags nach Berlin, ab in die Abendshow, Uwe gucken, Sonntags wieder nach Hause. Gesagt getan, Hotel haben wir auch gleich mitgebucht, diesmal aus Spargründen Formule1.

 

Eigentlich ganz einfach, aber wir wollten ja auch noch in den Horrorladen. Wie es mit Terminen manchmal so ist, war es ewig schwer, Tamara, Jürgen, Paul, Pia und das Stadttheater Pforzheim unter einen Hut zu bringen, die wollten einfach nicht spielen, wenn wir grade genug Zeit hatten, deshalb buchten wir ein paar Wochen später dann kurzentschlossen für Freitags den Horrorladen.

 

Jetzt ging für uns die Planerei los, und nach einigen Terminverschiebungen und massig Diskussionen hatten wir den Plan: Paul macht Freitags eine Deutschlandreise, und fährt über Kaiserslautern nach Frankfurt. Dort hin folgt Pia ihm dann brav nach, damit wir dann gemeinsam nach Pforzheim fahren können. Gesagt, getan, die Uhren wurden verglichen, und los gings.

 

Der Teil bis Frankfurt lief auch reibungslos und pünktlich ab, aber ab dort fing es auf einmal an zu hakeln, bzw. zu stauen *lautseufz*. Auf jeden Fall hingen wir dermaßen in Staus oder auf unübersichtlichen Nebenstraßen, dass wir schon dachten, wir kämen niemals in Pforzheim an.....

Jürgen und Tamara hatten derweil schon die Karten abgeholt und unsere wieder hinterlegt. Zum Glück kennen wir uns in Pforzheim ein wenig aus, deshalb konnten wir dann doch um 19:55 Uhr ins Theaterparkhaus rasen. Raus aus dem Auto, Karten abgeholt, durch das leere Foyer gestürmt, und kaum saßen wir ging es schon los:

 

Story: Der Kleine Horrorladen (Little Shop Of Horrors)

 

Little Shop Of HorrorDie Geschichte beginnt im Blumenladen von Mr Mushnik, der kurz vorm Selbstmord steht, weil das Geschäft mehr als schlecht läuft. Die beiden Angestellten und gleichzeitig auch die Hauptpersonen im Stück sind Seymour und Audrey. Seymour ist ein schüchterner und verklemmter, aber sehr liebeswürdiger Kerl. Er ist vielleicht nicht die Intelligenzbestie doch  stets hilfsbereit und loyal zu Mr Mushnik, der ihn sozusagen von der Strasse geholt hat.

 

Audrey ist auch nicht die Leuchte, aber sexy und mit einem Sadisten als Freund zusammen. Ihre Hauptbeschäftigung ist es die Verletzungen zu kurieren, die ihr Freund ihr zufügt. Um den Laden in Schwung zu bringen, schlägt Seymour vor, dass seine kleine Pflanze ausgestellt werden soll. Sie einzigartig ist und hat auch einen Namen bekommen: Audrey II . Als die neuartige Pflanze im Schaufenster steht, läuft das Geschäft im Blumenladen  auf Hochtouren.

 

Dies Pflanze hat Seymour vor einigen Tagen während der plötzlichen Sonnenfinsternis bekommen. An diesem Tag ist irgendwas aus dem Weltall auf die Erde gestützt aber keiner hat irgendeinen Schaden davon getragen. Der aufmerksame Zuschauer kommt nun unweigerlich zu der Erkenntnis, dass diese Pflanze nicht von der Erde ist.

 

Probleme bekommt Seymour, als die Pflanze nicht mehr wachsen will und die Blätter hängen lässt. Was soll er nun tun ? Durch Zufall findet er dann heraus, was dem Gemüse den richtigen Kick gibt... Blut !!! Ja, Seymour füttert nun seine (noch) kleine Pflanze mir seinem eigenen Blut und des Ding wächst unaufhörlich und will immer mehr Blut!! Da Seymour sich jetzt nicht die Pulsadern aufschneiden möchte, treten aber Versorgungsprobleme auf.

 

Zwischenzeitlich lernt Seymour den sadistischen Freund von Audrey kennen. Das ist ein echter Kotzbrocken und hat seine sadistische Neidung in Erfolg und Beruf umgesetzt... Er ist Zahnarzt :-) Pausenlos und mit Lachgas angeturned, schlägt oder schikaniert er seine Freundin Audrey. Das macht Seymour sehr betroffen, zumal er sich insgeheim in Audrey verliebt hat.

Seymour fasst einen Plan um Audrey und Audrey II zu helfen. Bewaffnet mit einer Pistole geht er zum Zahnarzt um diesen umzubringen, damit Audrey II war zum knabbern hat und Audrey keine Knochenbruche bekommt.

 

 

Zahnarzt MasoDer Ablauf des Anschlags verläuft etwas anders. Der Zahnarzt befördert ihn ruckzuck auf den Stuhl und will direkt mit der Behandlung bzw. Folter beginnen ( Weisheitszahn, abschleifen, bohren, plombieren und dann herausreißen), Natürlich mit Lachgas, aber nicht für Seymour, sondern für ihn den Doc. Dazu stülpt sich der Dentist seine spezielle Lachgasmaske über und gibt sich die volle Dröhnung, was aber wegen eines technischen Defekts zum Erstickungstod führt. Um so besser für Seymour, der nun den Onkel Doc im Blumenladen mit der Axt zerkleinert und Audrey II damit füttert.

 

 

Der Liebe zwischen Seymour und Audrey seht nun nichts mehr im Wege.....oder ?

 

Audrey II ist zwischenzeitlich so groß wie ein Haus geworden und sie will immer mehr Blut. Seymour wurde durch das Ding berühmt und bekommt ein Angebot für ein Schweinegeld, die ganze Welt mit Ablegern zu versorgen und in einer eigenen Fernsehshow aufzutreten.

Mushnik will nicht, dass sein Goldesel verschwindet und ohne ihn die Kohle einfährt. Deshalb droht er Seymour bei der Polizei anzuzeigen, weil er die Sache mit dem Zahnarzt mitbekommen hat. Na Ja, wieder ein Leckerbissen für Nimmersatt Audrey II. Jetzt wird Seymour die Sache zu heiß: Er will mit Audrey verschwinden und nimmt den Vorschuss des Fernsehtypen an.

 

Obwohl er es Audrey verboten hatte ist diese wieder in den Blumenladen gegangen und wurde von Audrey II schon mal etwas angeknabbert. Trotz Rettungsversuch stirb Audrey in Seymours Armen. Audreys Wunsch folgend verfüttert wer sie an das Horrorgemüse. Spätestens jetzt wird sogar Seymour klar, dass er in die Eroberung der Erde durch außerirdisches Gemüse hineingezogen wurde. Für ihn ist durch Audreys Tod ohnehin der Zug abgefahren und deshalb lässt er sich auch gleich verspeisen.

 

Ja nun sind alle weg, bis auf eine hungrige Audrey II und was gibt´s als Nachtisch... ??? Das Publikum !!!

 

Uns hat das Stück sehr gut gefallen. Die Darsteller waren zwar keine Musical-Stars, aber sie machten ihre Sache sehr gut. Die ganze Show wurde sehr witzig rüber gebracht und der Zahnarzt (Jens Peter) war einfach super skurril :-))). Ansonsten fielen uns noch die schöne Rock-Röhre von Manuela-Eugénie Röck und die eher sanfte Stimme von Seymour (Tobias Amadeus Schöner) auf, die ein wunderbares „Suddenly Seymour“ sangen. Also Preis-Leistung stimmten genau, und der Besuch in Pforzheim hatte sich gelohnt :-).

 

Als wir aus dem Theater raus kamen, stellten wir fest, dass wir gerade noch genug Zeit hatten zur MMG zu fahren. Da Tamara schon müde war, flitzten wir und Jürgen dann, nach einem fliegenden Autowechsel, schnell ins SI. Und wieder einmal waren wir genau pünktlich :-). In dem Moment, als wir aus dem Parkhaus kamen, ging auf der Showbühne die Musik los :-). Nach und nach trafen wir dann auch den halben Stammtisch, und als Paul dann schwächelte gingen wir noch ins Brauhaus, um ihn mit einer Gulaschsuppe wieder aufzupäppeln *gg*. Dort blieben wir dann auch, bis es höchste Zeit wurde, ins Bett zu gehen, weil wir Samstag ja noch etwas vorhatten. In Pliezhausen gab es dann auch nur ne megakurze After-Show-Party *bravgucken*, weil, wir mussten ja ins Bett ;-).

 

 

 

SAMSTAG 25. OKTOBER 2003

 

*GOTTOHGOTT* In aller Frühe (6:00 Uhr) klingelte Jürgens Wecker und er hatte nichts Besseres zu tun, als uns durch „dezentes“ Trampeln zu wecken ;-).

Na wenigstens hatte er zwischenzeitlich schon Kaffee gekocht, und so bekamen wir dann auch bald das zweite Auge auf. Nach einiger Zeit sassen wir dann brav in den Autos und starteten unsere erste Etappe bis Würzburg. Obwohl es Paul in den Fingern, bzw. im Gaspedal juckte schob er den Micra nicht an, und Tamara und Jürgen konnten dann unbehelligt das Auto abstellen, und zu uns einsteigen. Jetzt aber ab nach Berlin, wir hatten ja noch einige Stunden Fahrt vor uns...

 

Die Fahrt verlief auch sehr katastrophenfrei und gesittet, bis Tamara dann unbedingt Pauls Duftbeutel näher betrachten wollte *pruuust*. Das Ding platzte auf, und plötzlich war das ganze Auto voll mit katzenstreuähnlichen Klümpchen. Nun brach aber die schwäbische Hausfrau in Tamara durch, und sie wollte unbedingt das Auto aussaugen. So hatten wir dann bis Berlin damit zu tun, Tamara davon abzuhalten SOFORT einen Staubsauger zu besorgen, mal abgesehen davon, dass wir eh keinen gefunden hätten ;-)).

 

In Berlin angekommen fanden wir das Formule1 dann sehr schnell, und wollten flott einchecken. *hmmm* Wir wollten.... Irgendwie wollte der Eincheckautomat unsere Reservierungsnummer nicht, und so standen wir erst mal da. Da wir nicht doppelt bezahlen wollten hatte Paul nun Gelegenheit, seine neueste Errungenschaft: Wireless Lan über die GSM Karte (??), vorzuführen. Auf jeden Fall wählte er sich über sein Laptop ins Internet ein, und versuchte die Zimmer zu stornieren. Klappte aber nicht, wegen der Reservierungsnummer.

 

Da ja niemand an der Rezeption war, dauerte es dann doch noch einige Telefonate, bis wir den Trick lernten, den Check-In-Automaten zu überlisten, und er endlich Codes und Zimmernummern ausspuckte. Nun aber schnell ins Zimmer, warm angezogen und ab in die Stadt. Wir fuhren bis zu einer S-Bahn Station, und stiegen dann in die Bahn um.

 

Da Pia in einem Laden in der Uhlandstrasse einkaufen wollte, sind wir nach mehrmaligem Umsteigen am Kuhdamm gelandet, und bummelten dort los. Natürlich kamen wir nicht an allen Läden vorbei, und während Paul und Jürgen noch bei Body-Shop und Co. ganz cool draußen warteten war Paul dann spätestens bei Leysieffer auch nicht mehr zu bremsen, und musste dann mit hinein, um auch mal zu shoppen. Pia wurde bei ihren leckeren Kaffeearomen auch fündig (Tip für Fans: Die gibt es in der Berliner Kaffeerösterei, Uhlandstr. 173/174) und so hatte Paul dann für den Rest vom Tag auch etwas zu jammern, weil der Rucksack so schwer war ;-)).

 

Theater des Westens (Berlin)Irgendwann hatten wir dann Hunger, und da grad ein Maredo in der Nähe war, gingen wir essen. Danach hatten wir alle nicht mehr die richtige Lust zum shoppen, da es auch total kalt war, und so machten wir uns schon mal zum Theater des Westens auf, um die Lage zu peilen. Dort war die Mittagsshow gerade aus, und wir guckten schon mal nach der Stage-Door, damit wir sie später auch gleich finden. Danach sahen wir uns auch das Foyer des wunderschön renovierten Theaters an, und bekamen dabei an den Kassen mit, dass es für die Abendshow nur noch Restplätze gab. Wir hatten ja schon unsere Karten, und so suchten wir uns noch ein Kaffee, wo wir die Zeit bis zur Show noch gemütlich verquatschen konnten.

 

Kurz vor der Show waren wir wieder im Theater, und hatten gerade noch Zeit, uns auf die Merchandisingartikel zu stürzen, bevor wir schon zu unseren Plätzen in der zweiten Reihe (Mitte) mussten.

 

Show: Les Misérables

 

 

Les Misérables Poster 

 

 

Alle waren gespannt, wie die Macintosh Inszenierung in Berlin ausfallen würde. Zuerst hatten wir uns zwar etwas geärgert, weil Uwe nicht auf der Besetzungsliste stand, sondern Kasper Holmboe den Javert spielen sollte. Pia und Paul hatten Kasper noch als ganz passablen Javert aus Duisburg in Erinnerung. Und dieser sollte uns auch nicht enttäuschen. Ansonsten hatten wir in den wichtigen Hauptrollen bis auf die Eponine durchweg Erstbesetzung.

 

Oleh Vynnyk ist für die Rolle geboren worden und spielte den Valjean in allen Szenen und den jeweiligen Alter angemessen erstklassig. Die gesangliche Leistung ist ebenso beachtlich, so dass ein kräftiges „Who am I“ (Wer bin ich) genauso überzeugend dargeboten wurde, wie das hohe und sanfte „Bring him home“(Bring ihn Heim).

 

Kasper Holmboe spielte einen starken und harten Javert, der mit überzeugender kräftiger Stimme die Rolle des Polizisten glaubhaft rüberbrachte. Ob Uwe dies ähnlich macht, oder ob er eher einen innerlich zerrissenen Javert interpretiert bleibt offen. Auf jeden Fall ist Kasper ein adäquater Ersatz für Uwe und sollte keinen abschrecken die Show zu besuchen.

 

Die Eponine und Fantine sind traditionell schwer zu besetzen, weil es sehr emotional tragische Figuren sind. Die Ladies haben eine solide Darbietung gegeben, wobei die Zweitbesetzung der Eponine, Henriette Grawwert, noch in die Rolle hineinwachsen muss. Vera Bolten hatte leider nicht gespielt.

 

Oleh VynnykAuch Martin Pasching hat noch Steigerungspotential, weil er als Führer der Studenten noch etwas zu brav ist. Paul erinnerte er etwas an Jason McCann, der in London ähnlich „brav“ in der Rolle begann und sich dann zu einem hervorragenden Enjolras steigerte.

 

Highlights waren auch die „Bösen“ des Stücks, die Thénardiers. Heike Schmitz und vor allem Ulrich Wiggers waren genial und haben den richtigen Schwung in die Aufführung gebracht.

 

Fazit: Die Aufführung in Berlin ist eine oder auch mehrere Reisen wert. Es ist eine Darbietung, die sich mit den besten Performances in London locker messen kann. Wir hoffen, dass sich dieses tolle Musical nun endlich auch in Deutschland durchsetzt und es genauso lange läuft wie in London. ( seit 17 Jahren ) Jürgen ist der Meinung, dass Les Misérables auch eine richtig gute Nachfolge für das Phantom in Stuttgart abgeben würde. Vielleicht denkt die Stage-Holdung ja ähnlich !?

 

Ulrich WiggersNach der Show sind wir dann noch an die Stagedoor gepilgert und es hatte zuerst den Anschein, dass da kein allzu großes Interesse von den Fans bestand.

Aber dann kamen doch immer mehr Fans und versammelten sich um einen Bärtigen, der aus dem Theater auftauchte.  Wer ist denn dass ? Ist das Oleh ? *grübel* Egal erst mal ein Autogramm und Foto, die Details werden später geklärt. Es war Ulrich Wiggers, wie wir später herausfanden.

 

Nun kamen nach und nach die Darsteller (z.B. Oleh, Kasper; Martin etc.) und wurden von den Fans und vor allem von Pia und Jürgen in Beschlag genommen. Paul machte Fotos und Tamara passte auf, dass keiner durch die Lappen ging. Komisch, wir hatten kein einziges Mädel erwischt *seufz* (Paul)

 

Martin PaschingAch war das schön *seufz* und wir sind dann glücklich und zufrieden mit der letzten Bahn zurück zu unserem „Luxus Hotel“ gefahren,wo es wieder mal nur eine viel zu kurze After-Show-Party gab, weil wir ziemlich platt waren, und schnell ins Reich der Träume versunken sind.

 

Am nächsten Morgen haben wir uns entschlossen auf das vermutlich sehr überschaubare Frühstück im Formule 1 zu verzichten und uns stattdessen an einem Rasthof bei Potsdam zu stärken. Das „Frühstück“ war lecker und so konnten wir uns entspannt in Richtung Süden losbrettern. Tamara versuchte zwar immer noch einen Staubsauger aufzutreiben, aber das konnten wir vereiteln :-))

 

In Würzburg mussten wir uns dann leider trennen und verabschiedeten uns von Tamara und Jürgen, die mit dem Micra die letzte Etappe in Richtung Stuttgart in Angriff nahmen. Wir fuhren nach Frankfurt um Pias Auto abzuholen und dann auch direkt nach Hause.

 

Es war ein schönes und lustiges Wochenende mit viel Spass, Musical, nicht vorhandenen Staubsaugern und "Aftershow-Party-Defizit". Wir freuen uns schon sehr auf die nächste Musicaltour mit Tamara und Jürgen :-)

 

Viele liebe Grüße

Pia und Paul