
Da wir schon ewig nicht mehr im schönen Frankenland waren, und den Besuch bei Cleopatra auch mit dem Auffrischen schöner Erinnerungen verbinden wollten, haben wir beschlossen schon Freitags anzureisen.
Freitag, 14. März 2003
Gesagt, getan, Treffpunkt war Koblenz und wir trafen auch fast gleichzeitig ein. Aber kaum waren wir auf der Autobahn, überschlug sich ein BMW vor uns. Natürlich mussten wir anhalten, und gucken, ob wir helfen konnten. Zum Glück war den Insassen nicht viel passiert, nur der Fahrer trug eine heftige Kopfwunde davon und Gott sei Dank kam dann auch jemand, der sich damit auskannte, so dass Max, der den Mann aus dem Auto holte, nur noch den Notdienst anrufen musste. Von der Polizei wurden wir dann gebeten, an der Unfallstelle zu bleiben, bis sie da wären. *Seufz*, das kannten wir schon... Die Polizei und der Notarzt brauchten dann auch ewig, und wir fragten uns, was wohl gewesen wäre, wenn ein größerer Personenschaden entstanden wäre. Nach einer Stunde konnten wir dann endlich weiterfahren, ziemlich schweigsam, weil das ganze Erlebnis doch etwas geschockt hatte....
Nach zweieinhalb Stunden trafen wir dann in Bamberg ein, und fanden das Hotel auch relativ zügig, zumindest für unsere Verhältnisse *grins*. Da es schon auf 22:00 Uhr zu ging, machte uns das Mädel an der Rezeption darauf aufmerksam, dass es im Hotel nichts mehr zu essen gab. Also, schnell Gepäck aufs Zimmer, und losgetigert, weil wir inzwischen doch ziemlich hungrig waren. Zuerst fanden wir einen Italiener der zu hatte, dann ein Brauhaus, wo es nur bis 21:30 Essen gab, dann einen völlig überfüllten Italiener (kein Wunder *ggg*), und endlich erbarmten sich ein paar Chinesen, die bereit waren, uns noch etwas zu kochen :-). Ganz so hatten wir uns das nicht vorgestellt, denn schliesslich sind die Franken für ihre Klösse berühmt, und Max hatte sich schon auf seinen „Extrakloss“ gefreut. Den gab es beim Chinesen nicht, aber zumindest waren wir gesättigt ;-). Nach zwei Frankenbier hatten wir dann auch die nötige Bettschwere, und sind dann ins Hotel.
Samstag, 15. März 2003
Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf, die Stadt zu erkunden. Vampy hatte sich in der Woche vorher das Knie demoliert, und konnte nur humpeln, deshalb waren wir nur halb so schnell unterwegs ;-). Wir besichtigten das alte Rathaus, und schlenderten im Fischerviertel durch die Gassen, als auch schon das Handy klingelte, weil Fantine wissen wollte, wo wir bleiben. Also brachen wir unsere Tour ab, und machten uns auf den Weg zu Fantine und den beiden Merlins. Die hatte schon lecker gekocht, und wir brauchten uns nur an den gedeckten Tisch zu setzen, toller Service *strahl*. Natürlich quatschten wir noch ne Menge über Cleopatra, denn Fantine war vor der Premiere doch ein wenig nervös ;-). Später machten wir uns dann noch mal in die Stadt auf, während Fantine sich auf den Abend vorbereitete.
Diesmal guckten wir uns die Fussgängerzone mit ihren schönen Denkmälern an, und nach einer Pause im Cafe´ verspürten wir plötzlich etwas Müdigkeit. Wir hatten ja noch massig Zeit, deshalb sind wir ins Hotel, um noch ein wenig auszuruhen.
Die Show sollte um 19:00 Uhr anfangen, und Max hatte den Handywecker auch brav auf 18:00 Uhr gestellt. Bloss klingelte der irgendwie nicht, und Vampy wachte irgendwann gegen 18:45 Uhr auf, dann ging das Gerenne los *gg*. Zum Glück hatte uns Merlin mit einem guten Stadtplan ausgestattet, so das wir uns wenigstens nicht verfahren haben *uff*.
„Pünktlich“ um 19:00 Uhr waren wir dann auch im Freizeitwerk, und wollten unsere Plätze einnehmen. Ja, wollten wir, aber es gab ein Problem...Offensichtlich war beim Vorverkauf einiges durcheinander geraten, deshalb musste sich jeder selbst einen Platz suchen. Da wir ja so spät waren, hatten wir natürlich nicht die „besten Karten“, und landeten am Rand, direkt neben dem Orchester. Das schmälerte den Genuss der Show doch erheblich, weil wir einige Darsteller einfach nicht verstanden, bloß weil die Musik zu laut war. NaJa, erst mal saßen wir, und es konnte losgehen. Nachdem die obligatorischen Premierenreden fertig waren, hob sich dann auch der Vorhang, und das Stück begann.

Es ist schwierig zu einen Stück, das zum ersten Mal aufgeführt wurde, eine Beschreibung oder ein Urteil abzugeben. Es fehlen die direkten Vergleichsmöglichkeiten. Allerdings können wir unsere subjektiven Eindruck und unsere Erfahrungen aus über 60 verschiedenen Shows einfließen lassen, um unsere Einschätzung abzugeben.
Die Umstände unter denen dieses Musical entstanden ist muss man sich allerdings auch vor Augen führen. Die Initiative dieses Musical zu schreiben und auf die Bühne zu bringen ist eine private Sache und es steht keine Stage-Holding oder ein Stadttheater dahinter. Für die unerfahrenen Autoren war es das erste Stück. Die Darsteller war auch keine Stars, sondern hoch motivierte Laien, die einen großen Anteil Ihrer Freizeit in dieses Projekt hineingesteckt haben.
Unter diesen Prämissen, ist die Leistung der Autoren, der Darsteller und Mitwirkenden bewundernswert, auch wenn die Show im einem absoluten Vergleich noch nicht ganz mithalten kann.
STORY:
Die Geschichte beginnt mit dem Tod des Vaters von Cleopatra, die nun zusammen mit Ihrem kleinen Bruder Zepter und Krummstab des Pharaos erben wird. Allerdings kommt der machtgeile Vormund vorerst auf den Thron und Cleo muss ihren kleinen Bruder heiraten.
Nun kommt Julius Cäsar ins Spiel und will mal schnell ein paar Steuern aus seiner Kolonie Ägypten mitnehmen, aber stattdessen gibst Rebellion und Cäsar hat alle Mühe diesen Aufstand blutig nieder zuschlagen. Nun Ja, auf jeden Fall ist der Tyrann nun weg und der Weg frei für Cleopatra. Diese macht sich dann an Julius ran und beide werden ein Paar, was dann in Rom dazu führt, dass der Neider und potentielle Thornerbe Octavian eine Machtschwäche von Julius propagiert. Cäsar ist ja doch öfter bei Cleo als in Rom und die Intrigen werden weiter gestrickt. Dann kommt Cleopatra nach Rom und präsentiert auch noch J.C. jr. .
Da Julius immer mehr mit dem Zusammenhalten des bröckelnden Imperium zu tun hat und bereits Octavian und Marc Antonius nach der Macht gieren, verzieht sich Cleo wieder nach Ägypten, wo sie Ihrem Volk mal ein bisschen helfen muss. Zwischenzeitlich segnet Julius das zeitliche. Für damalige Verhältnisse eine natürliche Todesursache: Messerstiche.
Marc Antonius und Octavian machen jetzt Halbe-Halbe und Teilen das Römische Reich mal eben auf. Cleo und Antonius haben sich verliebt, aber Octavian ist ersten eifersüchtig und zweitens will er auch noch Antonius besiegen um als einziger Herrscher der bekannten Welt seine Machtgier auszuleben. Es kommt zum Krieg, den Antonius nicht gewinnen kann. Cleo glaubt, dass Antonius schon den Löffel abgegeben hat und beschließt sich das Leben zu nehmen. Da Schlaftabletten noch nicht erfunden waren, spielt sie ein bisschen mit einer sehr giftigen Schlange und wir gebissen.
Da tauscht Antonius aber auf, aber Cleo ist nicht mehr zu helfen und sie stirbt in seinen Armen. Nun hat Antonius auch keinen Lebensmut mehr und zückt sein Schwert und rammt es sich in den Leib. Damit war er Octavian zuvor gekommen, der nun den Palast stürmt um Cleopatra zu seinem Weib zu machen. Zuerst sieht er nur die Leiche von Antonius, aber dann auch die tote Cleopatra und ist maßlos enttäuscht. Nun muss er sich nur mit dem Weltreich begnügen, wogegen er doch das alles aus seiner Liebe zu Cleopatra gemacht hat.
FAZIT:
Nun muss man sagen, dass die nicht gerade ein einfacher Stoff ist. Obwohl die Story, im Vergleich zu dem was sonst noch alles in der Römerzeit abging, deutlich vereinfacht wurde, war es nicht immer leicht zu folgen. Einige Stationen (Hochzeit) wurden unverständlicherweise
sehr ausgedehnt, andere z.T. Schlüsselszenen sehr schnell abgehandelt. Die Texte hätten inhaltlich stärker sein können oder zumindest von der Satzstellung verständlicher. Auch wenn die Geschichte ca. 35 Jahre vor Christi Geburt spielte kam das Publikum schließlich aus dem 21 Jahrhundert. Die Musik war einheitlich und durchgängig in einem Stil der uns nicht so liegt. Es gab u.E kein richtiges musikalisches Highlight.
Auf der Bühne des Saals (es war kein Theater) gab es ein sehr schönes Set und auch die Kostüme habe hervorragend zu dem Gesamtarrangement gepasst. Ebenso war die Beleuchtung sehr effektvoll und der Show angemessen. Das Motto „weniger ist mehr“ hat hier ausnahmslos gestimmt. Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es noch konzeptionelle Defizite gab/gibt.
Zu erwähnen ist aber noch die Rolle des Octavian. Vom Gesang und der schauspielerischen Leistung war diese Rolle vergleichsweise sehr gut besetzt. U.E. hat Andreas Karl durch seine sehr guten schauspielerische Leistung und kräftigen Stimme, die Machtgier des Gaius Octavian glaubhaft verkörpert. Auch Karlheinz Röder zeigte in der Rolle des Marcus Antonius ein gutes Play, wogegen es der Stimme etwas an Kraft fehlte. Insgesamt ist uns das starke Engagement von den beiden Cleopatra Darstellerinnen (Miriam Gruger/Stefanie Schubert), sowie die spürbar hohe Motivation aller Darsteller aufgefallen. Trotz ebenso spürbarer Nervösität haben alle Darsteller ihr Bestes gegeben.
Nach der Show sollten wir eigentlich mit Fantine zur Premierenfeier, aber Max hatte wegen des lauten Orchesters (wir tippen, es war der Posaunist, der direkt neben Max saß ;-)), inzwischen solche Kopfschmerzen, dass ihm die Lust aufs Feiern vergangen war :-(.
Also sind wir brav ins Hotel abgezogen, während Fantine feiern ging.
Sonntag, 16. März 2003
Diesmal wollten wir aber original fränkisch essen, deshalb hatten wir uns zum Mittagessen mit Fantine und Merlin verabredet, und die beiden suchten ein Lokal aus. Fantine war noch etwas „Premierenfeier geschädigt“, und wir hatten auch Gelegenheit ihre nette Familie kennen zu lernen. Das Lokal war klasse, es gab sogar Extraklösse, ohne das man sie extra ordern musste ;-), und so verabschiedeten wir uns sehr satt und zufrieden von Fantine, Merlin und Familie :-). Als Überraschung hatten sie uns noch ein „Vesperpaket“ zusammengestellt, mit dem eine Grossfamilie satt geworden wäre, nächstes Mal werden wir uns mit einem Eifelpaket revanchieren ;-)).
Auf der Hinfahrt hatten wir in Strullendorf einen Bastel- und Handwerkermarkt entdeckt, den musste wir uns natürlich angucken. Direkt am ersten Stand fanden wir eine total lustige Ton-Fledermaus, deshalb war der Markt ein voller Erfolg ;-).
Danach machten wir noch ein wenig in Kultur, und schauten uns den Bamberger Dom und die Neue Residenz an. Wegen dem strahlenden Sonnenschein hatten wir noch gar keine Lust ins Auto zu steigen, aber irgendwann mussten wir uns dann doch von Bamberg verabschieden.
So fuhren wir dann Staufrei und zufrieden nach Hause, wo wir uns noch lange an das schöne Wochenende erinnern werden. Ganz besonders gerne erinnern wir uns an den herzlichen Empfang von Fantine und Familie bei denen wir uns hier uns noch einmal besonders bedanken möchten :-)))
Liebe Grüsse
Vampy und Max